Über den Film

Weltweite sterben jedes Jahr Millionen von Honigbienenkolonien. Wir müssen noch genauer herausfinden weshalb, aber eines ist sicher: Es geht nicht einfach um ein paar tote Insekten, und es steht mehr auf dem Spiel als nur ein bisschen Honig. „Falls die Bienen aussterben, werden die Menschen sicherlich vier Jahre später nachfolgen“ wird Albert Einstein zu diesem Problem zitiert. In der heutigen, industrialisierten Agrikultur sind Honigbienen von unschätzbarem Wert für ihre Bestäubungsdienste. Ein Drittel all dessen, was wir essen wurde von Honigbienen bestäubt.

Doch unsere Abhängigkeit ist gegenseitig. Menschen profitieren von den Bienen, aber die Honigbiene folgte in den Fussstapfen des Menschen und verbreitete sich dadurch über den ganzen Globus. „Fliege des Weissen Mannes“ nannten die eingeborenen US Indianerstämme die Biene, weil sie mit den Europäern landete, und weil die beiden sich im Charakter so ähnlich waren: raffgierig, aggressiv und tüchtig bis in den Tod.

Neuerdings scheint sich das Gleichgewicht der Kräfte zu verschieben. Ist die heutige Situation nur ein momentaner Lapsus im ungeschriebenen Vertrag zwischen Mensch und Biene oder sehen wir uns bereits mit dem frühen Stadium des totalen Systemzusammenbruchs konfrontiert? Wird dieser durch die Bienen oder durch uns ausgelöst?

Auf der Suche nach Gründen für das weltweite Bienensterben nimmt uns Markus Imhoof mit auf eine Weltreise wo wir Menschen treffen die mit und von Honigbienen leben: Mandelbauern in Kalifornien, ein Imker in den Schweizer Alpen, ein deutscher Neurobiologe der Bienenhirne erforscht, eine Pollenhändlerin in China und Bienenforscher in Australien.

Wir betreten die faszinierende Welt des Bienenstocks, treffen kämpfende Königinnen und tanzende Arbeiterinnen von Angesicht zu Angesicht und sehen uns mit ihrer hoch entwickelten Schwarmintelligenz konfrontiert, wo das Individuum kontinuierlich den Bedürfnissen der Gemeinschaft dient.

Die Beziehung zwischen Menschen und Bienen zeigt uns viel über uns selbst, über die Natur und über unsere Zukunft. Wir lernen, dass Stabilität genau so ungesund ist wie unlimitiertes Wachstum, und dass es Krisen und Katastrophen sind, welche evolutionäre Entwicklungen vorwärts treiben. Auch sehen wir, dass Besserung oft in der Verkleidung einer Katastrophe oder aus einer völlig unerwarteten Richtung kommen kann.

Jeder spricht über das Sterben der Bienen. „More than Honey“ zeigt uns mehr über ihr Leben.“

© 2012 zero one film / Ormenis Film

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